LUST

Willkommen LUST, Du hast irgendwann heftig angeklopft und ich….ich hab Dich reingelassen. Du sagtest, ich komme nur wenn der Verstand draußen bleibt. Ich sagte, versprechen kann ich es nicht, aber wir können ihn ignorieren falls er sich nicht zu benehmen weiß. Du weißt ja, seine Programmierungen…. Mit Dir hatte er ja immer schon so seine Probleme. Ich sollte Dich als Frau nicht so unkontrolliert, wertfrei und bedingungslos fühlen. Was sollten denn die anderen denken….. Ja ja mein treuer Verstand, mein Beschützer… und wieder schicke ich ihn in die wohlverdiente Pause.

So, geliebte LUST, ich freue mich tierisch, dass Du da bist. Mein Verhältnis zu Dir und Dich auszuleben hat sich verändert. Seit ich mich in ständiger Hingabe, Fühlen und im Vertrauen ins Leben übe, kommst Du auf einmal so leicht, so unkompliziert und hemmungslos daher. Nicht, dass ich Dich davor nicht wahrgenommen und gelebt hätte, aber immer wie durch einen Filter, den bewertenden Filter meines Verstandes. Er musste sich immer einmischen. Erst mussten alle Voraussetzungen erfüllt sein, alles musste stimmen, damit ich mich einlassen konnte, der Sex gut bzw. befriedigend für beide wurde. Und wenn schon nicht für mich, dann doch bitte für meinen Partner.
Ich erspare dir die Details, aber es ging von Äußerlichkeiten, über Orgasmuszwang bis hin zu Urteilen und Bewertungen der Sorte: Guter Sex ist wenn beide gleichzeitig kommen…..
Nicht zu vergessen die Bewertungen bei one-Night-Stands. Was denkt der andere über mich? Was denkt “man“ über mich? Darf ich so freizügig sein?…. etc.

Was für LUSTbremsen….. ich weiß.

Aber jetzt, geliebte LUST, bist Du wieder da und alles hat sich verändert.
Wie es jetzt ist?

Ich sag es Dir. Ich scheiße auf alle Erwartungen, Bewertungen und Urteile meines Verstandes. Ich höre ihm geduldig zu und entweder ignoriere ich ihn oder ich mache genau das Gegenteil von dem, was er sagt.

Was ich brauche ist Dich, die LUST, das Begehren und Vertrauen für meinen Gegenüber. Dann lasse ich mich ein, gebe mich hin und lasse den Mindfuck los.

Wenn mein Verstand mir sagt, dass etwas an meinem Körper nicht so schön ist und beim Sex scheiße aussehen könnte, muss ich lachen, es ist mir egal.
Wenn er sagt, es ist zu spät, zu früh, zu irgendwas….. für Sex, dann ignoriere ich ihn.
Wenn er sagt, ich solltest einen Orgasmus haben, ignoriere ich ihn auch. Es ist mir egal, ob ich komme oder nicht, ob der andere kommt oder nicht. Ich will einfach nur fühlen, was gerade da ist und genießen. Ich muss nämlich gar nix und der andere auch nicht.

Wenn mein Verstand sagt, Du hast jetzt gar keine LUST, dann wage ich es mich trotzdem hinzugeben und schaue wie mein Körper reagiert, denn oft genug sagt mein Körper, ja klar fühlt sich super an, weitermachen.
Wenn mein Verstand sagt, dass kannst Du nicht machen, das ist „schmutzig“, probiere ich es trotzdem aus, sonst weiß ich ja nicht, wie es ist. Und siehe da….
Wenn er sagt, diese Wunsch kannst Du nicht äußern, mache ich es trotzdem, mein Gegenüber kann ja Nein sagen, so wie ich es bei seinen Wünschen auch kann.
Wenn mein Verstand sagt, Du solltest noch mal Sex haben, bevor ihr Euch jetzt für eine Weile nicht seht, dann wage ich auch mich hinzugeben und wenn mein Körper dann nein sagt, breche ich ab.

Ich spreche aus was da ist, was ich fühle und was und wie ich es gerne hätte. So kann mein Partner schauen, ob’s passt und er sich darauf einlassen will. Und ich gebe ihm den Raum es genauso zu machen.
Wenn mein Verstand sagt, das kannst Du doch jetzt nicht nur für ihn machen und mein Körper hat aber LUST darauf, dann mache ich es nur für ihn und genieße die LUST des anderen. Wenn mein Partner etwas nur für mich macht, nehme ich es dankbar an und genieße es genauso.

Ja, Du hast Recht, um die eigene LUST voll zu entfalten braucht es Kommunikation und Offenheit. Ich bin froh und dankbar die beiden an meiner Seite zu wissen.

Manchmal brauche ich Nähe, um Sex zu haben und manchmal bringt der Sex die Nähe. Manchmal ist es zutiefst, zart und sanft Liebemachen. Und manchmal ist es einfach nur lustvolles Vögeln.

Herrlich, wie einfach, LUSTvoll und verspielt es sein kann. Alles kann, nichts muss. Es ist wie ein Tanz, wie ein Spiel, bei dem es immer nur darum geht zu fühlen, was gerade da ist und sich darauf einlassen, oder eben nicht. Jeder Moment ist neu und ich kann mich jeden Moment neu entscheiden, was und wie ich es will.

So wie bei allem im Leben. Fühlen, Hingeben, Loslassen, Beobachten und das Verurteilen lassen. Und jeden Moment neu entscheiden, will ich das oder will ich es nicht? Habe ich LUST oder nicht?

Ich danke Dir, geliebte LUST, dass Du mich niemals aufgibst und immer wieder anklopfst. Mich an meine Urkraft, meine Schöpferkraft, meine Quelle und mein Sein erinnerst. Denn nicht nur beim Sex bist Du die Hauptdarstellerin, sondern bei allem, was ich im Leben erschaffe brauche ich Dich als meinen Antrieb.

Lasst uns Schöpfen, Tanzen, Spielen, Liebemachen und Vögeln, Ihr zauberhaften Schöpferwesen. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass wir LUST haben.

Habt Ihr LUST?

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