Warum ich es radikal möchte…

Bild könnte enthalten: Himmel, Ozean, Wolken, im Freien, Wasser und Natur01.06.2016
Vor fast 5 Wochen bin ich losgefahren. Was hat sich seitdem getan?

Dafür möchte ich erst noch kurz ausholen….

Nach diversen Jobs im Angestellten-Verhältnis, Jahren voller Unzufriedenheit und jede Menge Seminare und Ausbildungen, brauchte ich einen radikalen Umbruch.
Da hab ich gelesen und immer wieder gehört, es kommt nicht auf das Außen an, sondern nur auf Dein Inneres. Du kannst überall glücklich sein. Es kommt nur auf Dich an….

O.k. dann hab ich versucht und gemacht und getan, aber es hat nicht funktioniert. Ich blieb unzufrieden. Es war immer wieder etwas in mir, genauer gesagt in meinem Bauch, eine Schwere. Warum kriege ich das nicht hin? Dass ich da, wo ich bin, in der jetzigen Situation nicht glücklich sein kann. Ich hab echt alles probiert. Immer wieder alles angenommen und gefühlt und trotzdem blieb die Unzufriedenheit und die Schwere zwischendurch.

Nicht ganz, das FÜHLEN der Unzufriedenheit hat schon einiges gebracht, bzw. angestoßen. Ich war nämlich irgendwann an dem Punkt, dass ich Job, Wohnung und Deutschlands Kälte nicht mehr ertragen konnte und mich zu diesem radikalen Schritt entschlossen habe.

Ich habe meine Wohnung gekündigt, alle meine Sachen verkauft und bin losgefahren. Ich wusste ganz genau, dass ich zwar viel Ballast loslasse und kein Zuhause mehr habe, aber dass ich mich mit allem was zu mir gehört, also auch der Schwere in meinem Bauch, mitnehmen werde.

Warum wollte ich also diesen radikalen Schritt, von dem mich einige auch gerne abhalten wollten? Weil es so nicht mehr ging, ich kam mit meinem Leben nicht weiter.

Und so fuhr ich los…..
Ich hatte mir alles mögliche vorgestellt, was mich erwartet, wenn ich erst mal ohne Wohnung bin, Aufregung, Freude, Angst, Spannung. Aber was wirklich kam, war und ist noch immer eine hammermäßige Erfahrung.

Nach 10 Tagen fiel ich in ein tiefes, dunkles Loch. Ich habe nicht nur alles in Frage gestellt, sondern es gab Momente an denen ich mich einfach auflösen wollte. Nein, es war extremer, ich wollte sterben. Es fällt mir schwer das zu schreiben, weil mir grundsätzlich nichts ferner liegt, als sterben zu wollen. Aber so war es in einer Nacht. Ich habe das sogar laut zu mir gesagt: Ich will sterben.

Ich war an einem solchen Tiefpunkt, wollte niemanden sehen, mit niemandem sprechen und nicht mehr am Leben teilnehmen. In all meinen Körper- und Gehirnzellen war angekommen, dass ich jetzt keine Wohnung und keinen Besitz mehr habe, außer mein Auto und das, was da drin ist.

Bin ich eigentlich total bescheuert???? Wie ist es denn dazu gekommen???

Das ganze dauerte ca. eine Woche. Zu der Zeit war ich noch in Österreich und mir war klar, ich muss hier weg, ich muss weiter. Ich muss ans Meer.
Und wieder sagte ich mir, Du kannst zwar ans Meer fahren, aber Du nimmst Dich und alles was zu Dir gehört mit. Auch das tiefe, dunkle Loch.

Also fuhr ich nach Kroatien ans Meer. Es war Vorsaison, ich hatte ein günstiges, kleines Apartment gefunden mit Meerblick. Wie beschreibe ich das jetzt so, dass es wirklich dramatisch klingt? Denn es war dramatisch, aber im positiven Sinn. Je näher ich dem Meer kam, desto besser ging es mir. Als ich das Meer sah, hatte ich Tränen der Berührung in den Augen. Es war wunderbar. Ich wusste, hier bin ich richtig, alles würde gut werden. Und dabei hat es geschüttet an diesem Tag, nicht nur geregnet, sondern geschüttet.

Ich war angekommen. Am Meer und bei mir. Wow, das fühlte sich großartig an. Ich ruhte in mir. Alles passte, alles stimmte. Ich war unternehmungslustig, machte ein paar Ausflüge und genoss jeden Augenblick in einem tiefen Frieden mit mir. Dieser dauerte wunderbare 3 Tage.

Dann spürte ich wieder so latent diese Schwere in meinem Bauch. Oh nein, es ging mir doch so gut die letzten Tage.
Und dann passierte etwas sehr interessantes. Nach 2 Tagen wurde ich kreativ und aktiv und arbeitete an meiner Webseite und dem Blog.
Wo kam das denn her? Ich fahre ans Meer und werde aktiv. Was ich vorher zu Hause einfach nicht geschafft habe und wenn, habe ich es immer wieder abgebrochen, das ging hier ganz einfach.

Tja, so ist es tatsächlich gerade. Ich bekomme eine Erkenntnis nach der Anderen. Schreibe für meine Seite, genieße das Meer und die Sonne und fühle mich sehr gut. Die Schwere kommt und geht und es ist gut so, wie es ist. Nichts ändert sich von heute auf morgen und ich habe alle Zeit der Welt.

Die Schwere in meinem Bauch ist zu meinem Wegweiser geworden und genau das darf sie sein. Sobald ich mich öffne, weite und loslasse verschwindet sie.

Mein Fazit bisher auf meiner Reise ist:

Es stimmt, wenn gesagt wird, dass man überall glücklich sein kann, wenn man im Moment ist. Aber ich habe erfahren, dass es ungemein hilft, wenn man innerlich fest steckt, im Außen mal was zu verändern.
Für mich ist das ein Wachstumsbeschleuniger und genau das sollte es auch sein.

Aber Vorsicht bitte: Es muss nicht so radikal sein, wie ich es gemacht habe (Ich wünsche wirklich niemandem sterben zu wollen). Denn je radikaler der Umbruch desto tiefer das Loch, in das man unter Umständen erst mal fällt.

Für mich gilt auf jeden Fall:

Wenn es mir schon mal scheiße geht, dann bitte schön am Meer und in der Sonne….😎

To be continued….

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