Runter von der Couch oder wie es anfängt

20.02.2017

So, es ist also soweit. Ich habe meine Wohnung gekündigt und meinen Job. Ich werde alles verkaufen und dann…… Ja, dann…. Ich weiß noch nicht genau, was dann ist. Aber ab 1. Mai bin ich wohnungslos. Ist das riskant? Mutig? Dumm? Richtig? Erst einmal, ist es, wie es ist.

Warum mache ich das? Weil es so nicht mehr weitergeht. Weder in meinem Job, noch in meiner Wohnung, noch auf meiner Couch.

Ich bin da, wo sich wahrscheinlich viele befinden. Unzufrieden mit dem was ist, aber zu bequem und unfähig mich von meiner Couch weg zu bewegen und etwas zu verändern.

Und ich habe viele Versuche unternommen etwas zu ändern. Ich habe viele Fortbildungen gemacht, immer mit dem Ziel mich selbstständig zu machen und aus dem Hamsterrad aus zu brechen. Hat nicht geklappt. Ich landete immer wieder auf meiner Couch. Oh, meine Couch, nach meinem Bett, der bequemste und sicherste Ort auf der Welt. Und was will ich mehr, als mich wohl fühlen und sicher?

Wie wärs mit lebendig? Weil bequem und sicher ist ja fast schon tot, also genau das Gegenteil von lebendig. Und das ist es, was ich jetzt will. Lebendig sein. Nicht wissen, was passiert. Gezwungen sein, etwas zu verändern. Der Bequemlichkeit den Rücken kehren….

Also ganz einfach, oder? Nicht ganz…
Ich habe eine scheiß Angst. Angst vorm Loslassen, vor der Ungewissheit, vor den Herausforderungen. Krieg ich meine Sachen alle rechtzeitig verkauft, wo werde ich erstmal wohnen, was habe ich dann noch, wie wird meine Zukunft sein, wird es bequem sein, und und und.
Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Angst, Freude, Traurigkeit, Vertrauen. Man ist das anstrengend. Ich will auf die Couch. Ja, ich gebe zu, dahin flüchte ich mich auch jetzt noch des Öfteren. Ich hab ja noch ein paar Wochen…. Angst, Panik…..

Bereue ich es? NEIN, ich weiß, es gibt für mich keinen anderen Weg mehr. Ich gehe da jetzt durch und dann immer weiter. Mein Ziel: Ortsunabhängig zu sein, frei entscheiden zu können wo und wie ich lebe. Vielleicht gehe ich auch erst mal wandern, unterwegs sein, bewegen, suchen, finden. Mal sehen. Auf jeden Fall runter von der Couch und rein ins Leben.

Ob es nicht auch weniger radikal geht, bin ich gefragt worden, vielleicht kleine Schritte? Meine Antwort: Für mich leider nicht, solange ich meine Wohnung und meine Couch habe.
Ich brauche diesen großen, radikalen Schritt. Ich will mich von allem befreien und losgehen. Warum auch nicht. Was habe ich zu verlieren, wenn ich sowieso alles loslasse? Zurück kann ich immer, einen Job und eine Wohnung suchen. Also, wovor habe ich eigentlich Angst?
Wahrscheinlich bin ich nur von meiner eigenen Courage überwältigt.

Ich bin mir bewusst, dass ich mich und alles was zu mir gehört mitnehme. Meine Ängste, Blockaden, blinden Flecken, usw. Aber genauso meinen Abenteuergeist, mein Vertrauen, meine Lebensfreude, meine Liebe ud mein unstillbarer Drang mich weiter zu entwickeln und mein Leben zu verändern. Das könnte anstrengend werden, aber auch aufregend.

Und jetzt? Erst mal auf die Couch. 

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