11 Wochen unterwegs. Was hat sich verändert?

Bild könnte enthalten: Baum, im Freien und Natur
19. Juli 2017
ALLES! Es hat sich alles verändert.
Von Kroatien aus fuhr ich nach Wien, um bei der Wiederholung des Entwicklungslehrgans teilzunehmen, den ich letztes Jahr absolviert hatte und der mich immens nach vorne gebracht hat. Aber darüber später mehr…

Ich fühlte mich so getragen vom Leben, so voller Liebe überfließend. Es war unglaublich. Ich hatte Begegnungen mit fremden Menschen, die so tief, so berührend und so nährend waren. So etwas hatte ich bisher noch nicht erlebt. Ich dachte, das war es, wunderbar. Ich bin aufgewacht. Erst wollte ich sterben und jetzt bin ich das pure Leben. So fühlt sich das also an.

Ich schwebte.

Da ich in der Vergangenheit schreibe, ahnt Ihr es vielleicht schon….

Der Zustand hielt nicht, wie erhofft an und ich war nicht erleuchtet und hatte nicht alles hinter mir (herrlich, diese Naivität, manchmal….).
Nein, dieser Zustand hielt nur so lange an, wie ich mich mit Menschen umgab, die in derselben Schwingung waren, wie ich.

Na toll, ich bin also doch abhängig vom Außen… Es war kein stabiler Zustand. Ich fuhr zurück nach Deutschland für ein Familienfest und das war etwas zu früh für mich und meine derzeitige Entwicklung.
Es schleuderte mich aus meiner Mitte und ich stand ziemlich neben mir. Traurig und mich verurteilend, dass ich alleine diesen wunderbaren Zustand nicht halten konnte.

Danach entschied ich mich wieder nach Wien zu fahren, um dort bei einem weiteren Modul des Entwicklungslehrgangs wieder auf zu tanken. Ich durfte lernen, dass es kein Auftanken ist, sondern ein „Sich-wieder-Verbinden“. Denn es ist ja alles schon da. Es wird nur immer wieder überlagert von alten Mustern und Glaubenssätzen.

Das tat sehr gut, ich kam durch den Kontakt zu den Anderen wieder in meine Liebe. Und dann bekam ich genau zur richtigen Zeit, das Angebot die Wohnung meines Lehrers zu hüten, während der Urlaubszeit. Das heißt, 5 Wochen eine Wohnung nur für mich….. Das hatte ich schon länger nicht mehr und das war genau richtig. Denn….

…ich fiel wieder in ein tiefes Loch. Ich war erschöpft, so erschöpft, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Ich schlief so unglaublich viel. An einem Abend sah ich einen traurigen Film und kam wieder an meine Schmerzpunkte. Ich heulte, ich heulte so viel, mein ganzer Körper heulte und war ein einziger Schmerz.
Es war nicht so existenziell wie beim letzten Mal, aber sehr schmerzvoll. Ich durfte einen ehrlichen Blick in mein Innerstes werfen. Es ging um das Thema Anerkennung. Was tue ich, nur um Anerkennung und Liebe zu bekommen? Was habe ich schon alles getan, um Anerkennung und Liebe zu bekommen? Oh, mein Gott, tat das weh. Dann kam auch noch die Verurteilung dazu.

Und dann….

….war da nichts mehr. Leere. Ich habe wieder viel geschlafen und konnte mich kaum bewegen. Das ganze dauerte insgesamt wieder eine Woche. Und dann wurde es Tag für Tag besser. Mein Körper wurde wieder wacher und stärker. Meine Stimmung stieg. Ich hatte das Gefühl, das Erlebte integriert und mir vergeben zu haben.
Außerdem konnte ich jetzt nach innen gehen und die Quelle meiner eignen Liebe und Freude sehen, fühlen und genießen. Zum ersten Mal konnte ich den oft gehörten Satz „Alle Liebe, die Du brauchst, findest Du in Dir“, tatsächlich fühlen.
Ich bin so dankbar dafür.

Mein Gemütszustand schwankt noch ein bisschen, aber im Moment bin ich ausgeglichen und freue mich, dass ich aus dieser Quelle in mir schöpfen kann, wann immer ich es brauche.

Das wichtigste ist aber, dass ich seit dem, meine Gedanken und mein Tun beobachte. Ich frage mich immer wieder, warum mache oder sage ich das jetzt? Brauche ich Anerkennung? Oder möchte ich etwas geben oder sagen, weil ich dabei in meiner höchsten Freude bin?

Diese Beobachterposition ist immens wichtig, um nicht wieder in die alten Muster zu fallen. denn diese können sehr hartnäckig sein.

Mein Fazit:

Mir ist klar geworden, dass meine Entwicklung immer etwas mit bewusster Integration zu tun hat. Das eine ist, ehrlich in die eigene Dunkelheit zu schauen, den Schmerz zu fühlen, und zu integrieren. Und das andere ist, sich dieses Vorgangs voll bewusst zu sein und sich von da ab genau zu beobachten. Nicht bewerten! Nur beobachten.

Ich habe begriffen, dass Entwicklung ein Leben lang andauernt. Und das es gut so ist und richtig. Wenn das eine Thema integriert ist, dann kommt das nächste. Eins nach dem anderen und in genau der Dosis, die wir verkraften können. Rückblickend hatte ich schon einige dieser Erlebnisse, habe sie aber nicht als solche bewusst wahrgenommen.

Wenn ich durch bin, durch so ein Tief, fällt es mir immer leicht zu sagen, wie wichtig und gut es ist. Wenn ich mitten drin bin, bin ich wieder fassungslos über diesen Schmerz.
Es ist wie es ist.
Alles eine Frage der Bewertung. Denn alles ist gut und richtig und darf da sein. Kein Licht ohne Dunkelheit. Da können wir die Dualität noch so sehr wegreden und wegwünschen, sie hat ihren Platz in unserer Welt.

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