Schwere, ne Sparflamme und Schokokekse

29.Juli 2017
Seit gestern kriecht eine Schwere in mir hoch, macht sich breit und es sich in mir drin schön gemütlich. Ich dachte, ich hätte sie überwunden. Naiv, wie ich immer mal wieder bin.
Gestern stand ich vor diesem Wasserfall und war tief berührt. Zu Tränen gerührt. Endlich wieder in der Natur. Ich habe diese Kraft gespürt, die Wildheit, die Natürlichkeit, die Vollkommenheit, das Fließen, das Einssein mit Allem. Spürte die Verbundenheit und gleichzeitig eine Sehnsucht.
Ob es eine schöne Sehnsucht ist, wurde ich gefragt?

Ja, Nein, ich konnte es nicht sagen. Nicht einordnen, nicht bewerten. Ein Gedanke kam: Vielleicht sollte ich mal eine Zeit lang im Wald wohnen…

Auf der Fahrt nach Hause, kam mein Ego um die Ecke und präsentierte mir meine Ängste und Bedenken auf dieser Reise: Was hast Du eigentlich vor? Wo und vor allem wie willst Du leben? Wie geht es weiter? Bleibst Du in Wien oder fährst Du weiter? Und wenn ja wohin? Und das wichtigste von allem: Dein Geld ist bald weg, was machst Du dann?
Ich kenne das ja schon und schaffe es meistens mich da durch zu fühlen und dann geht es mit wieder gut. Gestern nicht, die Ängste zogen mich runter und belegten mich mit dieser Schwere.

Seit dem ist sie da. Also habe ich heute morgen mein Leuchten, meine Liebe und meine Freude gesucht, die ich seit einer Weile in mir sehr gut sehen und fühlen kann, ganz unabhängig vom Außen. Es scheint paradox, aber all das ist auch heute in mir. Da ist dieses Leuchten, die Freude und die Liebe. Aber ich will ehrlich sein, ich kann all das heute nicht fühlen, aber ich weiß, dass es da ist. Das muss für heute reichen.

Beim Schreiben kann ich die Schwere auf einmal einordnen, es ist eine Unsicherheit. In der letzten Zeit war ich vor Entscheidungen zwar mal kurz unsicher, aber sie waren schon gefallen. Heute ist das anders, ich bin unsicher in meinen Entscheidungen. Das kotzt mich ja total an. Dabei ist es eh egal, wie ich mich entscheide. Es ist immer richtig.

Na ja, ist ja alles nicht schlimm, ICH weiß ja wie es geht….

Entweder raus gehen ins Grüne und wieder in die Freude kommen oder hinsetzten in die Stille gehen und den Schmerz fühlen. Je nachdem, was gerade dran ist. Und das weiß ich mittlerweile sehr gut.

O.k. Dann gehe ich raus….
Nö keine Lust, das steht heute offensichtlich doch nicht an…

Na gut, dann hinsetzen, in die Stille gehen und den Schmerz fühlen. O.k. so mach ich’s…

Da ist aber kein Schmerz, da kommt auch kein Schmerz. Auch gut, dann also nur die Angst fühlen, die Enge. Geht auch nicht. Da ist keine Angst und keine Enge.
Ja, was ist es denn dann, Herr Gott noch mal. So langsam geht mir das alles inklusive mir selbst ziemlich auf den Sack.

Ja und ich weiß jetzt auch warum.

Es gibt nicht immer die Paradelösung, liebe Vanessa, Es funktioniert einfach nicht immer, so, wie Du es gerne hättest. Jeder Tag ist einfach anders und das Leben schenkt Dir jeden Tag neue Herausforderungen, Situationen und Gefühle. Da bist Du noch lange nicht durch und das ist auch o.k. so. Auch wenn Du ungeduldig bist. Lass es einfach mal gut sein.

Das hat gesessen, aber ich hab’s begriffen. Es ist einfach, wie es ist, ich brauche gerade nichts tun, nicht mal fühlen. Und schon gar nicht, mir selbst irgendwelche Tipps geben oder versuchen, es anders haben zu wollen oder das alles bewerten.

Und Entscheidungen brauche ich heute auch nicht mehr treffen. Außer, ob ich noch ein Eis esse oder nicht.

Und heute was gelernt? Ja, ich weiß, dass ich (leider immer noch) nichts weiß.
Wunderbar, wenigstens ein schlauer Spruch in diesem Text und zumindest eine kleine Erkenntnis.

Aber eins weiß ich doch.
Ich leuchte. Immer. Ich bin ein Leuchtturm, für mich und für andere. Und nur weil ich heute mal auf Sparflamme laufe, heißt das gar nichts. Es reicht nämlich auch eine kleine Flamme aus um morgen oder wann auch immer wieder voll aufzudrehen. Und eins ist sicher diese Flamme geht niemals aus, niemals, kann sie gar nicht. Nicht mal, wenn ich sterbe. Und sie ist in jedem von uns, auch wenn wir sie selbst manchmal nicht sehen oder fühlen können.

Jooooh, jetzt rührt mich mein eigener Text noch zu Tränen.
Ich versteh den Tag heute nicht und entscheide mich für Schokokekse und dass ich mich sehr lieb habe.

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