40 Stunden alleine im Wald – Eine Zusammenfassung

Mit Ritualen leiteten wir unsere Zeit im Wald ein und mit Ritualen ließen wir sie wieder ausklingen. Die beiden Wächterinnen begleiteten uns immer wieder durch Trommeln und Gesänge, während wir im Wald jede für sich an ihrem perfekten Platz war. 2 Nächte und einen Tag alleine im Wald. Warum ich das gemacht habe? Um mich meiner Urangst, der Angst vor der Dunkelheit und dann noch alleine im Wald, zu stellen. Eine Zusammenfassung dessen, was ich aus dem Wald mitnehmen durfte:


Als ich ankam sagte der Wald: Was tust Du hier? Du trägst mich doch eh schon in Dir. Aber schön, dass Du da bist.
 
Ein magischer Moment: ein röhrender Rehbock läuft an mir vorbei, hält inne, sieht mich an und läuft weiter.
 
Es wird dunkel und ich fühle mich geborgen. Ich liebe die Dunkelheit.
 
Als die Angst kommen will, ist tiefes, bewusstes Einatmen – Ausatmen DAS Allheilmittel. Die Theorie ist in meinem Körper angekommen.
 
Ich bin nicht meine Gedanken und habe die Macht diese zu kontrollieren zu jeder Zeit. Auch das ist angekommen. Es funktioniert.
 
Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Mitgefühl mit Mücken. Sie kommen angeflogen um heimlich mein Blut zu saugen und melden sich mit einem Mordslärm an. Und besonders schnell sind sie auch nicht. Ist ungefähr so, als würde mir ein Vampir erst mal ein Kruzifix und einen Holzpflock geben und sich dann in Zeitlupe auf meine Kehle stürzen. Man, die armen Dinger…
 
Loslassen, Hingabe und den Widerstand aufgeben sind der Schlüssel zum Leben und zum Urvertrauen. Hingabe an das Leben und ans Sterben. Alles darf da sein.
 
Der Wald ist perfekt. Alles spielt zusammen, alles gehört zusammen. Der Wald ist perfekt, so wie ich.
 
In jeder Sekunde verändert der Wald sein Gesicht und seine Gestalt.
 
Die Sonne braucht ewig, bis sie untergeht und es ganz dunkel ist.
 
Ich bin getragen und geliebt vom Leben.
 
Die Wächterinnen des Waldes verbinden sich mit mir durch ihr Dasein und ihr Trommeln und ihren Gesang. Wunderbar.
 
Hell und Dunkel sind perfekt und geben uns immer was wir brauchen. Geben wir die Bewertungen auf.
 
Ich liebe meinen Mindfuck am Tag und meine Einatmen/Ausatmen Meditation in der Nacht.
 
Meine Hängematte ist ein wunderbarer Ort, aber Hängemattenschlafen ist für Seitenschläfer eher suboptimal.
 
Zeckenbisse jucken anders als Mückenstiche und sehr lange.
 
Die Geräusche des Waldes werden mit jeder Stunde intensiver und schöner.
 
Mein uraltes Überzelt ist nicht mehr Regendicht….
 
Zwischen Satori-Erlebnis und Panik liegt einfacher, tiefer Frieden.
 
Der Aufenthalt im Wald war eher unspektakulär, wirkt aber sehr tief nach.
 
Ich entscheide, wann es genug ist.
 
Klarheit ist jetzt in jeder meiner Zellen angekommen.
 
Neben Liebe und Freude bewohnt mich jetzt auch die Stille.
 
Leben ist so einfach, leicht und schön.
 
Verbindung geht nur übers Herz.
 
Neugeburt muss nicht wehtun.
 
Als ich ging, sagte der Wald: Du brauchst keine Schmerzen mehr, Du bist nur noch Liebe. Du brauchst keine Grenzerfahrungen mehr. Folge nur noch der Freude!
 
Meine Lieblingsfarbe ist jetzt grün.

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