Wie findest Du Deine Gabe?

Deine Gabe, ist Dir gegeben, das steckt schon im Wort. Sie ist einfach, simpel, unspektakulär. Viele werden diese Gabe haben, denn es werden mehr, als nur Du gebraucht, um damit zu dienen. Es ist etwas Besonders und auch wieder nicht, ganz einfach und natürlich. Vielleicht macht es Dir Spaß, hat es Dir immer schon Spaß gemacht. Vielleicht auch nicht, weil Dir der Spaß daran genommen wurde, aber Du hast trotzdem das Talent. Was immer es ist, ich bin sicher, es ruft Dich. Vielleicht haben es die Menschen, die eine handwerkliche Gabe haben leichter, weil sie es direkter fühlen können. Das weiß ich nicht. Ausprobieren und reinfühlen ist immer gut.
Bei mir war das so:

Ich bin als Kind und Jungendliche schon immer voll gequatscht worden. Das ging mir so auf den Zeiger und ich konnte mich dagegen nicht abgrenzen. Nein sagen, hatte ich nicht gelernt. Also habe ich angefangen mich zu verschließen. Das ging so weit, dass ich den Menschen auf der Straße nicht mehr in die Augen gesehen habe. Denn manchmal hat das schon gereicht, um mir eine Frikadelle ans Ohr zu labern. Bei Freunden und Bekannten wurde ich immer sehr geschätzt für meine Gabe zu zu hören und ich wurde oft um Rat gefragt. Das hat Spaß gemacht. Irgendwie habe ich gespürt, dass ich etwas damit machen sollte/könnte/wollte, aber ich konnte das nie in eine Form bringen und habe es immer wieder verworfen. Außerdem gingen mir Menschen meistens auf die Nerven.

Es hat locker 40 Jahre gedauert, bis ich „es“ begriffen habe und jetzt auch tatsächlich geben kann und damit sogar Geld verdiene. Es brauchte diese Zeit, um mich und die Menschen wieder zu lieben. Um mich für mich und die Menschen wieder zu öffnen. Meine Gabe in Worte zu fassen, konnte ich selber nicht, ich habe es nur ansatzweise gefühlt. Mein Lehrer hat es für mich übersetzt. Meine Gabe ist es Menschen einen Raum zu geben/öffnen, in dem sie dich selbst und in ihre wahre Größe finden. Ich bin sehr mit meiner Intuition verbunden und kann die Menschen zurück zu ihrem Kern und in ihr authentisches Dasein begleiten. Das funktioniert aber erst, seit ich zurück zu meinem Kern und in meine Größe gefunden habe. Und ich bin immer noch unterwegs, denn ich glaube, dass es kein Ankommen gibt, sondern es immer weiter und tiefer geht. Und ich habe jetzt bei einigen Menschen wahrnehmen könne, was ihre Gabe ist, aber dafür muss ich sie besser kennen und Zeit mit ihnen verbringen.
Ich kann meine Gabe nicht aktiv machen, ich kann sie nur sein und ihr eine Form, einen Rahmen geben.

Je mehr Du zu Deinem authentischen Sein kommst, desto näher kommst Du Deiner Gabe. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber für mich ist es nicht nur eine Gabe, sondern auch eine Aufgabe. Das heißt, ich sehe es als meine „Pflicht“ an, mit dieser Gabe zu geben (auch das steckt ja im Wort). Sie wurde mir gegeben, damit ich anderen geben kann. Auch wenn ich dabei in meiner höchsten Freude bin und es meistens darum geht den Menschen in die eigene Größe zu begleiten, ist es auch eine Verantwortung, die ich trage. Denn der Weg zurück zum innersten Kern geht auch oft durch tiefen Schmerz.

Was ich sagen will ist: Wenn es aus Dir heraus in die Welt will, dann begib Dich auf den Weg zu Deinem authentischen Sein und hole Dir gerne Feedback von außen. Unsere Gabe ist oft etwas, was wir selbst nicht wahrnehmen können, weil es uns so selbstverständlich, normal, langweilig oder was auch immer erscheint. Oder weil wir es vielleicht verlernt haben, es zu lieben. Vielleicht wurde es auch von anderen, von außen unterdrückt. Beobachte Dich selbst und fühle, aber frage auch die Menschen, die Dir Nahe stehen, wie Du auf sie wirkst, wie sie Dich wahrnehmen, was sie besonders an Dir schätzen. Vielleicht bittest Du sie auch gezielt darauf zu achten, was denn wohl Deine Gabe sein könnte.

Wir meinen immer es muss alles aus uns selber kommen, die Gabe, die Selbstliebe, die eigene Größe. Aber wenn wir Jahre oder Jahrzehnte lang uns selbst als klein und nicht liebenswert gesehen und gefühlt haben, wie sollen wir das dann auf einmal erkennen. Erinnern wir uns gegenseitig daran und holen wir uns auch aktiv diese Erinnerung von Außen. So lange bis wir es komplett verinnerlicht haben.

Ich wünsche Dir viel Spaß, Leichtigkeit und Vertrauen auf Deinem Weg zu Dir und somit zu Deiner Gabe. Denn Du bist es bereits.

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